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Predigten

 

 

 

Die Predigt zu den Lesungen des 18. Sonntag im Jahreskreis (1. Aug. 2021)

von Pastoralreferent Florian Wolters:

 
Nie ausverkauft: Christus, das Brot des Lebens

 

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

es ist eine alltägliche Situation, die viele von uns kennen: „Jetzt muss ich aber los“, sage ich zu meinen beiden Kollegen, zu Pfarrer Streitberger und Diakon Karmann, und schon mache ich mich auf den Weg, um noch kurz vor Ladenschluss in einen der großen Supermärkte zu springen, an denen ich täglich auf meinem Nachhauseweg vorbeikomme.
 „Jetzt eine leckere Schinkenpizza", denke ich. Und bei dem Gedanken daran, läuft mir in meinem Mund das Wasser zusammen. Doch wie ärgerlich, das gewohnte Produkt,  - es muss natürlich meine Lieblingssorte sein - , ist nicht mehr verfügbar und ich merke, wie ich mich innerlich aufrege: „So ein Mist, was für eine Unverschämtheit“.

Erinnert Sie das an etwas? Kennen Sie diese Situationen? Für uns moderne Menschen, die in einer Welt des Überflusses leben, scheint es absolut unerträglich zu sein, wenn wir einen gewünschten Artikel nicht sofort zur Verfügung haben.
Obwohl, wenn wir einen Zeitsprung ca. 3000 Jahre zurück in die Welt der Bibel machen, dann lesen wir da, dass es den Israeliten zur Zeit des Moses genauso ging. Obwohl sie gerade erst ein Wunder erlebt haben und mit Gottes Hilfe aus Ägypten hinausgeführt worden sind, fangen sie bald an zu murren, weil das versprochene Ziel, das gelobte Land, immer noch so weit weg ist. Und dann, dann wird man ärgerlich und fängt an zu schimpfen, auf Mose, der ihnen das Ganze angetan hat, weil er ihnen geholfen hat, und vor allem auch auf Gott.
Und Gott? Er handelt, hilft, schenkt Brot, Manna und Fleisch, im Überfluss, soviel wie jeder braucht, obwohl er weiß, dass Essen allein Menschen nicht wirklich satt macht.

Wieder einmal stellen uns die beiden biblischen Erzählungen des heutigen Sonntags die Frage danach, was wir Menschen brauchen, um glücklich und zufrieden zu sein und was unsere Sehnsucht stillt: Die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist sicherlich eine Grundvoraussetzung, um sich mit der entsprechenden Problemstellung auseinanderzusetzen. So geht in beiden Erzählungen die Versorgung der Frage nach der Sehnsucht des Menschen voran. Doch weder die Zeitgenossen des Moses, noch die des Jesus scheinen zu kapieren, dass Menschen mehr brauchen als Brot allein. Ihnen geht es nur um den Moment – darum, satt zu werden. Weiter denken sie nicht. Sie sehen nicht das große Ganze, die Zusammenhänge, den Sinn. Sie schauen allein auf die Gegenwart, auf den Moment, auf das Vergängliche. Sie wollen jetzt keinen Hunger mehr leiden. Was danach kommt, ist nicht wichtig.

Auch wir kümmern uns heute häufig nicht um die Zusammenhänge, schauen nicht auf das große Ganze. Wir leben allein im Augenblick, schauen auf Oberflächlichkeiten und Belangloses, stehen auf Genuss, wollen dies und das und am besten sofort. Egal wie. Da ist das Schnäppchen, das wir uns noch schnell sichern wollen, die wichtige Auskunft, ohne die gar nichts geht, der neueste Trend, ein dringender Gefallen, die große Anerkennung, das neue Smartphone, das jetzt jeder hat – oder eben die Lieblingspizza noch kurz vor Ladenschluss. Hauptsache, es geht uns gut. Hauptsache, wir sind satt in jeder Hinsicht.

Doch Jesus denkt weiter. Er weist uns auf etwas hin, das nicht nur in der Gegenwart satt macht, sondern auf ewig: das Brot des Lebens. Was er damit meint, ist auf den ersten Blick nicht leicht zu verstehen. Er selbst ist dieses Brot. Das Brot, das Gott uns Menschen geschenkt hat, um unseren Hunger für immer zu stillen. Sein Beispiel und Vorbild, seine Liebe und Hingabe bis zum Tod am Kreuz und seine Auferstehung – all das nährt und stärkt uns, unser Leben und auch unseren Glauben.

Was Gott damals den Israeliten in der Wüste geschenkt hat, wird uns durch seinen Sohn Jesus Christus wahrhaft für alle Zeiten geschenkt. Immer und immer wieder. Brot zum Leben. Christus kann unsere Nahrung und Stärke sein, auch wenn es uns vielleicht manchmal schwerfällt in Zeiten des Zweifelns und des Murrens, der Klage und des Leids. Indem wir uns auf ihn einlassen, ihm vertrauen, nach seinem Vorbild leben und an ihn glauben, können wir erst so richtig satt werden. Denn er ist unser Brot. Und das wird niemals ausverkauft sein.

Amen

 

Predigt zu den Lesungen des  17. Sonntag im Jahreskreis  (25. Juli 2021)


von Pfarrer Johannes Streitberger, auch anzuhören auf der Startseite

 

Freuen auf einen Sommer,  der gewiss nicht ewig ist

 

Liebe Schwestern und Brüder,

in dem bekannten Kirchenlied „Das Jahr steht auf der Höhe“ vom evangelischen Pastor, Professor und Autor Detlev Block, das den Sommer reflektiert, heißt es:


„Kaum ist der Tag am längsten,
wächst wiederum die Nacht.“

Wir freuen uns derzeit alle an den langen Sommertagen, an denen man lange draußen im Garten, auf dem Balkon sitzen oder auf andere Weisen den Sommer und die volle Blüte der Schöpfung genießen kann. Gleichzeitig merken wir aber jeden Tag, dass wir uns wieder auf den kürzesten Tag zubewegen.

Und deshalb heißt es im Lied weiter:

„Wir sollen uns nicht grämen,
nur wach sein und bereit,
die Tage loszulassen
und was vergänglich ist,
das Ziel ins Auge fassen,
das du, Herr, selber bist.“

Es ist eine zutiefst menschliche Erkenntnis, dass in allem Leben auch die Vergänglichkeit vorhanden ist. Viele Menschen versuchen, diese Gedanken zu verdrängen. Eine ganze Schönheitsindustrie hat sich darauf aufgebaut.
Es ist natürlich auch die große Angst und Sorge vor dem eigenen Ende.


Aus christlicher Perspektive ist die Endlichkeit verbunden mit der Hoffnung, dass in ihr der Herr selbst auf uns wartet.
Diese Doppeldeutigkeit, liebe Schwestern und Brüder, finden wir auch im heutigen Evangelium. Das Evangelium von der Brotvermehrung ist wohlbekannt. Was dort passiert, ist schon häufig gedeutet worden. Es gibt jene Deutungen, die Jesu Tat darauf reduzieren, wenn man teile, dann bleibe genug für alle. Das ist aber nicht im Sinne des Johannes-Evangeliums.
Wir hören in den kommenden Wochen häufiger Jesus vom Brot des Lebens sprechen, das er ist. Seine Liebe für die Menschen ist unerschöpflich. Es herrschen kein Mangel und keine Begrenzung in dieser Ressource. Wenn Jesus sich also verschenkt, dann reicht es immer – egal wie groß die Menschenmenge ist.

Dass das Brot, das er ausgibt, obwohl zuvor hoffnungslos zu wenig davon vorhanden ist, im Überfluss sättigt, ist ein Zeichen. Ein Zeichen seiner Wirkkraft, ein Zeichen dafür, dass alles, was Jesus sagt und tut, aus dem Vater heraus bewirkt wird.
Aber gerade in diesem Zeichen der Fülle und der göttlichen Liebe steckt im heutigen Evangelium auch schon der Hinweis auf den grausamen Tod Jesu – auf seine irdische Endlichkeit. Es ist aber auch die Vorausschau auf den entscheidenden Schritt hin, in dem das ganze Geheimnis der Erlösung durch Jesus Christus deutlich wird.

So heißt es am Ende des Evangeliums: „Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen.“   Es ist, wie wir wissen, die Dornenkrone, die man Jesus zum Spott aufsetzen wird. Sie ist eines der Mittel, mit denen Jesus am Karfreitag zu Tode gequält wird.

Liebe Schwestern und Brüder,

im schönen Moment enthalten ist auch immer die Gewissheit, dass er nicht ewig ist.


In seiner Menschlichkeit hat Jesus auch das erfahren. Als Christen dürfem wir hoffen, dass wir durch den Glauben an Gott Anteil haben an Unendlichkeit, an echter und unvergänglicher Freude und Liebe.

Am Beginn der letzten Schulwoche freuen sich aber nun viele unserer Kinder und Jugendlichen auf einen Sommer der Freude, der Erholung und der Freiheit. Ich wünsche allen Familien, auch mit den Großeltern, die nicht nur in der Pandemie für die Kinder da sind, fröhliche Tage.

Möge Sie alle Psalm 18 Vers 20 begleiten, in dem es heißt:

„Der Herr führte mich hinaus ins Weite, er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen.“

Amen.

 

 

 

Die Predigt zu den Lesungen des 16. Sonntags im Jahreskreis (18. Juli 2021)

von Diakon Christian Karmann anzuhören auch hier im Podcast

 

In sich ruhen, so wie Gott in sich ruht und Stille ist.

 

Die Schulferien stehen vor der Tür, viele von Ihnen freuen sich auf Ihren Haupturlaub im Sommer. Endlich mal nicht nur funktionieren müssen, endlich einmal für eine kurze Zeit aus dem sich ewig drehenden Hamsterrad des Alltags aussteigen können, endlich einmal eine Zeit, in der niemand hinter einem steht, der einen antreibt zu noch mehr Produktivität und Leistung.


Endlich ist die Zeit da, in der man sich regenerieren kann, äußerlich und innerlich. Um sich äußerlich zu regenerieren, gibt es je nach Bedürfnis und Geldbeutel alle Möglichkeiten, angefangen vom Urlaub in der Ferienwohnung bis hin zur Kreuzfahrt in die Karibik.

Interessant ist, dass in den letzten Jahren immer mehr Urlaube an Orten der Stille und in Klöstern gebucht werden. Die Sehnsucht wächst nach einer Zeit, in der ich nicht nur äußerlich, sondern mich besonders von innen her erholen kann. Die Sehnsucht wächst, mir Zeit zu nehmen, mit mir selbst in Berührung zu kommen, Ruhe zu finden, mich selbst zu finden, Gott zu finden, ihm nahe zu kommen. " Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus," sagt Jesus.

Zunächst fordert er auf: „Kommt mit!"


Das ist eine Einladung. Als Mensch bin ich immer eingeladen, mit Gott, mit Jesus mitzukommen. Damit ich aber erkenne, dass sich von ihm eingeladen bin, ist es zuerst notwendig, dass ich ihn bei mir einlade. Wenn ich Gott nicht in mein Leben ganz direkt und bewusst und frei einlade, wird er in mir keinen Raum finden, um mich einzuladen oder ich werde seine Einladung nicht wahrnehmen. Die Einladung ist dann bei mir angekommen, wenn ich in mir den Wunsch, die Sehnsucht spüre, zu Gott und zu mir selbst zu finden.
Wenn ich die Sehnsucht in mir spüre, habe ich in der Regel auch die Bereitschaft, nach Möglichkeiten zu suchen, damit diese Sehnsucht erfüllt werden kann.

Jesus lädt An einen einsamen Ort, wo wir allein sind" ein. 

Der einsame Ort meint den verlassenen und unbewohnten Ort, die Wüste: sich zurückziehen, Distanz bekommen zu dem, was mich im Alltag beschäftigt, abschalten von dem, was mich sonst umtreibt.
Wir brauchen solche Zeiten der Einsamkeit und Stille. Vielleicht haben Sie sich auch schon einmal Zeiten der Einsamkeit und der Stille gestellt. Ich sage deshalb
gestellt", weil es gar nicht einfach ist, die Einsamkeit und die Stille auszuhalten, wenn man aus einer Atmosphäre der Überfülltheit und des Lärms kommt. Und es kostet Mut, sich dem auszusetzen. Doch ist gerade die Stille die Grundvoraussetzung, sich selbst und Gott zu begegnen.
 
Ohne die Stille gäbe es keinen Ton. Jeder Ton, jedes Wort wird aus der Stille geboren und stirbt zurück in die Stille und ist während seiner Lebensspanne von Stille umgeben. Die Stille ist sozusagen das dem Ton dahinter liegende. Sie ermöglich dem Ton das Ton-Sein. Nichts auf dieser Welt, so wurde gesagt, gleicht Gott so sehr wie die Stille. Und Gott ermöglicht dem Menschen das Mensch-Sein.

Um Stille wahrzunehmen, ist es notwendig, dass es zuerst in mir selbst still wird. Dazu ist es wichtig, Voraussetzungen in mir zu schaffen (einen Ort der Stille suchen, wir haben ja vom Urlaub gesprochen, beten, meditieren), dass die unruhigen Wellenbewegungen des Alltags und meiner Lebensumstände zur Ruhe kommen können. Dann wird der Mensch fähig,  in der Tiefe, auf dem Grund seines Lebens sich selbst und Gott erkennen zu können. Es geht dann darum, hinter das Vordergründige meines Lebens zu schauen oder besser: durch das Vordergründige des Lebens hindurch zu schauen. Dort in der Stille, in der Gott ist und die Gott ist, werde ich als Hintergrund allen Lebens das pulsierende Leben finden und mich selbst.

Rekreation, ein anderes Wort für Erholung, bedeutet wörtlich „wieder geschaffen werden“, „neu werden“. In der Stille, in der ich mir selbst und Gott begegne, kann ich neu werden.

Es gibt keine bessere innere Erholung als aus der Entfernung zu mir wieder zu mir selbst zurück zu finden. dass ich mir selbst gehöre und nicht anderen Menschen. Mir selbst aber kann ich nur gehören, wenn ich zu Gott gehöre, der mich von den Ansprüchen der Menschen, von denen ich mich oft gefangen nehmen lasse, freispricht.

Die vierte und letzte Weisung Jesu ist: Und ruht ein wenig aus!"


Sie ist besonders sympathisch: Ausruhen gehört nicht nur nach der Arbeit zu unserem Leben. Derjenige Mensch wird zur Ruhe kommen, der gelernt hat, in sich zu ruhen, so wie Gott in sich ruht und Stille ist.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass es Ihnen gelingt, sich in Ihrem Urlaub äußerlich und besonders auch innerlich auszuruhen. Ich wünsche Ihnen, neben den Aktivitäten, die Sie im Urlaub geplant haben, auch die Stille in sich zu finden, in der Gott ist und auch Sie selber, mit dem ganzen Reichtum, der ganzen Schönheit und der Freude, die Sie als Mensch sind.

 

 

Die Predigt zu den Lesungen des 15. Sonntags im Jahreskreis (11. Juli 2021)

von Pastoralreferent Florian Wolters:


Hat es Dir an etwas gemangelt?

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,
in wenigen Wochen ist es soweit. Dann beginnen sie endlich: Die großen Ferien. Für viele von uns heißt dies, endlich mal wieder in den Urlaub fahren, um ein paar unbeschwerte Tage mit der Familie oder mit Freunden zu verbringen. In diesem Jahr geht es bei mir nach Kroatien und ich freue mich schon sehr auf die freie Zeit und ich erhoffe mir Erholung und neue Impulse für meine Tätigkeit hier bei Ihnen.

Bevor allerdings die Reise losgeht, heißt es Koffer packen. Jedes Jahr merke ich dabei, wie der Kofferraum meines Autos immer voller wird, weil wir den ein oder anderen Gegenstand, -ein noch nicht gelesenes Buch, das Spielzeug unserer kleinen Tochter oder das neu gekaufte Kleid meiner Frau unbedingt noch mitnehmen müssen. Und dass wir auf der anderen Seite nach dem Urlaub vieles unbenutzt, ungespielt und ungelesen wieder zurückfahren. 

 

Vor diesem Hintergrund lese ich die Zeilen des heutigen Evangeliums, in dem Jesus seine Freundinnen und Freunde losschickt, die frohmachende Botschaft vom Gottes Reich zu verkünden. Nichts sollen sie dabei mitnehmen außer einem Wanderstab, kein Brot, kein Geld im Beutel und kein zweites Hemd, und nur Sandalen an den Füßen. Diesen Text vor Augen, denke ich an den vollen Kofferraum meines Urlaubsautos und ich merke, wie mir ein Widerstand gegen die Forderung Jesu kommt, nichts mitzunehmen. Auf der anderen Seite ist es vielleicht eine Einladung an uns alle, einmal darüber nachzudenken, was uns wirklich im Leben wichtig ist, bzw. was ich tatsächlich brauche, um glücklich zu werden. Bei diesen Überlegungen merke ich, dass es eigentlich keine Dinge sind, die mir das Leben reich und wertvoll machen, sondern Menschen, die mich lieben und brauchen und die mir sagen: „Du bist für mich wertvoll und wichtig.“ Und dennoch hänge ich mein Herz an viele Dinge und freue mich über mein neues Handy oder das kürzlich erworbene E-Bike. Und zu einer schönen Urlaubsreise gehört die Mitnahme so vieler Dinge einfach dazu. Dabei geht es mir allerdings des Öfteren so, dass ich vor lauter Dingen das Ziel meiner Reise aus dem Blick verliere. Wenn ich vor allem auf mein Handy fixiert bin, habe ich keinen Sinn für die Schönheit der Natur um mich herum.

 

Vielleicht ging es den Jüngerinnen und Jüngern Jesu vor 2000 Jahren genauso. Und vielleicht forderte Jesus sie deswegen auf, nichts auf ihre Reise mitzunehmen, damit sie das Ziel, ihren Auftrag, die Verkündigung des Glaubens an das Reich Gottes, nicht aus den Augen verlieren. Ich stelle mir das ein wenig so vor wie einen Radfahrer bei der Tour de France, der nur gewinnen kann, wenn er möglichst wenig Ballast dabeihat. Oder haben Sie schon einmal einen Rennfahrer mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken gesehen? Ich nicht.
Der Auftrag Jesu, nichts mitzunehmen, hat aber nicht nur etwas mit dem Ziel, der Verkündigung des Gottesreiches, zu tun. Er ist zugleich eine Probe im Glauben. Vertraue ich Gott so sehr, dass ich mich ganz auf ihn verlasse und mein Leben in seine Hand gebe? Glaube ich, dass er für mich sorgen wird? Ich meine, dieses vollkommene Gottvertrauen haben die meisten von uns nicht. Ich jedenfalls betreibe ganz schön viel Vorsorge, um mein Leben scheinbar gelingen zu lassen.

 

Ich habe allerdings einen Freund, der ganz anders lebt und handelt, der vor 20 Jahren mit Anfang 30 seinen gut dotierten Job als Ingenieur aufgebeben hat, um sein Leben ganz in Gottes Hände zu geben. Ganz schön naiv, denken Sie und dass war lange auch meine Meinung über ihn. Aber dann habe ich erlebt, wie diesem Menschen, meinem Freund, immer wieder wunderbare Dinge passiert sind. Wie er etwa mehrere Jahre eine schwerstbehinderte Kommilitonin von mir versorgen und pflegen durfte und mit ihr in einer wunderschönen Wohnung leben durfte, wie er gemeinsam mit Bischof Oster eine WG in Passau aufbauen durfte und und… Momentan pflegt Ecki seine altersschwache Mutter und danach will er einen Bus ausbauen und mit Freunden um die Welt reisen. Es sind aber nicht nur die Taten, die ich an meinem Freund bewundere, sondern sein unerschütterliches Vertrauen in Gott und seine Liebe. Der Glaube an Gott lässt ihn sprichwörtlich Berge versetzen. Mit diesem Vertrauen baut er mich auf, wenn es mir schlecht geht und ich mich hoffnungslos fühle und ich möchte mir von diesem Glauben etwas für mein Leben abschneiden.

So wie die Jüngerinnen und Jünger möchte auch ich am Ende meines Lebens auf die jesuanische Frage, ob es mir, als er mich ausgesandt hat, ohne Vorratstasche, Geld etc…., an irgendetwas gemangelt hat sagen: „Nein es, war wundervoll.“ Ich möchte mich ganz auf Gott verlassen. Er ist der Gastgeber meines Lebens. Ein Leben, das mit ihm wunderbar sein kann.

Amen

 


 

 

Predigt zu den Lesungen des  14. Sonntag im Jahreskreis  Patrozinium St. Ulrich (4. Juli 2021)
von Pfarrer Johannes Streitberger

 

Wie der Hl. Ulrich:  die Botschaft Christi verkünden und Vorbild im Glauben sein

 

Liebe Schwestern und Brüder,

in der Lesung aus dem Hebräerbrief haben wir heute gehört:
„Denkt an eure Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben; schaut auf das Ende ihres Lebens, und ahmt ihren Glauben nach!“
Es ist eine gute Erinnerung daran, dass der Glaube häufig von Vorbildern geweckt und vertieft wird. Von Menschen, die ihren Glauben geteilt, offen gelebt und über ihn gesprochen haben.
So ein Mensch war auch der heilige Ulrich, dessen Gedenktag wir heute begehen. Man kennt ihn natürlich in der Geschichte am ehesten durch Legenden und die politische Tat der Verteidigung Augsburgs. Was aus geistlicher Sicht an ihm so bemerkenswert ist, ist die Tatsache, dass er als Bischof sehr viel Zeit mit der Visitation verbracht hat.
Es erscheint mir auch in unseren Zeiten nicht die schlechteste Idee für einen Bischof zu sein, in die Gemeinden zu schauen – nicht nur bei Festgottesdiensten, sondern in den Alltag der Gemeinden. Nicht so sehr, um auf die Finger zu schauen, sondern um Beistand zu geben, Impulse für das christliche Leben zu geben. Ein Bischof soll ja nicht ein Manager sein, sondern ein Vorbild im Glauben. Ein Vorbild wie der heilige Ulrich.
Ihm hat am Herzen gelegen, wie es den Menschen in seinen Gemeinden geht, ob die Kirche als Gemeinschaft wirklich an ihrer Seite ist und ob das, was getan wird, im Sinne der Botschaft Christi ist.

Liebe Schwestern und Brüder,
diese Botschaft Christi haben wir heute in zentralen Aussagen gehört:

  • Christus sagt bei der Abschiedsrede zu seinen Jüngern und damit zu uns, als Lesern des Johannes-Evangeliums: Bleibt in meiner Liebe! Die christliche Liebe ist in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr zur Floskel verkommen, zur leeren Worthülse. Dabei ist uns doch allen bewusst, dass die christliche Liebe in allen Richtungen die Regler ganz nach oben stellt: Für die Freunde geht die Liebe so weit, sich ganz und gar hinzugeben. Natürlich stehen wir heute nicht in der Verfolgungssituation der johanneischen Gemeinde. Aber: Für viele Christen auf der Welt ist der Satz noch genauso real.
    Und wir können uns immer wieder die Frage stellen: Geben wir etwas von uns für andere her? Unseren Stolz, unsere Zeit, unsere Privilegien? In die Liebe eingeschlossen sind auch jene, mit denen uns Antipathie verbindet. Für die Liebe Jesu, wie sie hier deutlich wird, gibt es kein zerschnittenes Tischtuch. Der von Gott geliebte Christ reicht immer wieder die Hand – weil Gott das auch tut.

  • Die zweite zentrale Aussage ist: Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
    Wir alle, liebe Schwestern und Brüder, sind Freunde Christi. Wir sind Freunde Gottes. Es gibt kein Geheimwissen mehr, kein verbotenes Allerheiligstes. Die Worte Gottes liegen vor uns. Was er von uns möchte, ist für jeden Menschen zugänglich.
    Wie oft sprechen wir heute in Betrieben von Herrschaftswissen – natürlich auch im kirchlichen Arbeitsumfeld. Mit Jesus ist das hinfällig. Unter- und Überordnung ist nicht mehr notwendig, weil alle Gottes Freunde sind.

Liebe Schwestern und Brüder,
die Verkündigung der Botschaft Christi und Vorbild sein im Glauben – das sind die beiden zentralen Punkte meiner Gedanken am heutigen Tag gewesen. Es sind für mich auch die beiden Ideale des Priestertums.

Zu meinem 25. Priesterjubiläum möchte ich mich deshalb bei all jenen bedanken, die mich in diesen Jahren und auf meinem Weg begleitet haben, mir Vorbild im Glauben gewesen sind und mich in den verschiedensten Begegnungen auf die Botschaft Christi immer wieder neu aufmerksam gemacht haben.

Ich hoffe, auch weiterhin mit Ihnen allen gemeinsam auf dem Glaubensweg reifen zu können – in christlicher Liebe und als Freunde Gottes. Dazu vertraue ich auf Ihr Gebet.

Amen.

 

 

 

Die Predigt zu den Lesungen des 13. Sonntags im Jahreskreis  (27. Juni 2021)

von Diakon Christian Karmann anzuhören hier im Podcast

 

Der Glaube an Jesus bringt Heilung

 

 

 

Die Predigt am Vorabend des 13. Sonntags im Jahreskreis (26. Juni 2021)

von Diakon i.A. Matthias Schmidt

 

 Liebe Schwestern und Brüder,

„Die ist für mich gestorben!“ 
Ist Ihnen dieser Ausspruch nicht schon einmal über die Lippen gekommen: „Der ist für mich gestorben!“
Das morgige Evangelium erzählt gleich von zwei Wundern. Die Frau, die an Blutfluss litt und aus, für damalige Erwägungen, guten Gründen als Aussätzige galt. Sie durfte aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen, weil die Menschen Angst vor Infektion oder Ansteckung hatten. Sie war im sprichwörtlichen Sinn für die Gesellschaft gestorben. 
Und dann ist da das Mädchen, die Tochter des Synagogenvorstehers, schwer krank und stirbt, zumindest für die Menschen in Ihrer Familie hat es den Anschein. 
Die blutende Frau am Rand der Gesellschaft, aussätzig, im übertragenen Sinn tot. Die kranke Tochter überlebt die schwere Krankheit nicht, sie ist tot. 
Das sind schmerzhafte Umstände für die Beteiligten, aber nüchtern, nach unseren menschlich weltlichen Maßstäben eine logische Konsequenz.
Nicht so für Jesus, er setzt seine göttliche Macht ein, er heilt souverän und unerschrocken. Er durchbricht die Gesetzmäßigkeiten des alltäglichen Seins und der Medizin, allein durch seine Gegenwart und sein Wort.
Davon können wir, die wir uns durch die Taufe und dem Bekenntnis zu ihm, in seine Nachfolge begeben haben, nur träumen. 
Ich möchte ihnen eine Geschichte aus meiner Zeit vor der Berufung zum Diakonat erzählen. Ich hatte eine Freundin, sie besuchte uns oft, meine Familie und ich mochten sie. Eines Tages kam es, dass wir zusammenarbeiten mussten, wie es so ist, kam es zu kleineren Diskrepanzen. Ich fühlte mich ungerecht behandelt und hatte nach einer Weile, nicht vor noch ein Wort mit dieser Person zu wechseln. Das von mir empfundene Unrecht gebot mir, sie in meinem Herzen sterben zu lassen. Wäre ich Jesus, könnte ich vergeben und heilen, einfach so, Kraft göttlicher Souveränität. 
Allerdings kennen auch Jesus und die Heilige Schrift diese, nennen wir sie mal, Begrenztheit:
-   Sein Gebet in Getsemani
-   Das Leiden des Hiob
-   Paulus, der um Befreiung von einem Leiden bittet
Um nur drei Schlaglichter zu benennen.  Die Biblischen „Helden“ geraten, wie wir, in Bedrängnis, eine spannende Erkenntnis, wie ich finde. 
Aber was half unseren biblischen Figuren? 
Die Bewältigung der Lebensumstände gelang ihnen durch Erkenntnis der Schöpfermacht Gottes. Er kann alles zu einem guten Ziel führen, gemäß seinen Verheißungen. Es ist der Glaube, der uns Kraft gibt und die Geschehnisse zum Guten wendet. 
In unserem Evangelium werden die beiden für tot erklärten Menschen wieder unter die Lebenden geholt. Das könnte bedeuten, dass wir voll Vertrauen auf seine Verheißungen hoffen, und wir können im Glauben an ihn ganz viel Gutes bewirken. 
Ein Freund von mir ist Pfarrer, er hält den einen oder andern Gottesdienst, in einer Kirche irgendwo in München. Als ich ihm von meinem Wunsch Diakon zu werden erzählte, sagte er, dass ich gerne eine Predigt machen könne, wenn er zelebriert, weil dort eine gewisse Frau immer wieder mal als Organistin spielt. 
Er kann sich scheinbar vorstellen, dass ein rechtes Wort die Freundschaft wieder zum Leben erwecken könnte. 
Ich für meinen Teil glaube jedenfalls, dass Gott uns alle hier nicht ohne Grund zusammengerufen hat. Diese kleinen und unbedeutend erscheinende Zufälle sehe ich als Impuls, hier im Besonderen über den eigenen Schatten zu springen und als Christ andere nicht leichtfertig für tot zu erklären und auszuschließen. 
Sondern mit Jesu Christi gutem Beispiel weiter voranzugehen, unsere Urteile genau zu reflektieren und mit seinen Maßstäben neu zu bewerten. 
Vielleicht überlegen wir gemeinsam, jeder für sich, nachher auf dem Nachhauseweg, wen wir mal wieder anrufen oder wem wir schreiben könnten, um eine Beziehung neu zu beleben. Eine kleine Geste, ganz im Geiste Jesu und schon ist das Himmelreich um das wir gleich im Vaterunser bitten, ein Stück näher gerückt. 

Amen

 

Die Predigt zu den Lesungen des 12. Sonntags im Jahreskreis (20. Juni 2021)

von Pastoralreferent Florian Wolters:

 

Erleben, wo Gottes Geist weht

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

welche Gedanken, Bilder und Assoziationen kommen Ihnen, wenn Sie an Wind denken? Ich denke, typisch für den Sommer, an ein warmes Lüftchen, welches mir sanft in den Nacken bläst, oder an den heftigen Gegenwind, der mich am vergangenen Sonntag, als ich vom Badesee zurückfuhr, beim Fahrradfahren behinderte. Ebenso kommen mir kraftvolle Stürme mit Hagel, Blitz und Donner in den Sinn, die ganz plötzlich aufziehen und bei denen nicht nur Gegenstände durch die Luft fliegen, sondern denen wir Menschen und die Tiere hilflos ausgeliefert sind.


Von einem solchen Sturm berichtet uns die Bibel im heutigen Evangelium. Die Jünger sind mit ihrem Meister hinaus auf das Wasser des Sees Genezareth gefahren, als plötzlich, charakteristisch für die bergigen Landschaften in unseren Gefilden, aber eben auch in Israel, ein Sturm aufzieht. Regen prasselt herab. Ein starker Wind lässt das Segel reißen und knickt den Mast, wie ein Streichholz, ein. Hohe Wellen schwappen über die Reling des kleinen Fischerbootes und drohen es schnell zu füllen, so dass es zu sinken droht. Gestandene Männer schreien vor Angst. Es ist eine Szene, die an Dramatik nicht zu überbieten ist. Und doch scheint es einen nicht zu interessieren: Jesus, so berichtet uns die Erzählung, liegt einfach da, ruhig schlafend. Erst auf das Drängen seiner Freunde wird er wach, steht auf und spricht. Und Wind, Wasser und Regen gehorchen ihm und ziehen sich zurück. Was für ein Wunder, was für ein Zeichen zu unserer Zeit! Sie ist eine Epoche, in der die Menschen Naturphänomenen, wenn sie sie nicht sogar vergöttlichen, hilflos ausgesetzt sind. Jesus erweist sich als Sohn des einzigartigen, großen Gottes, der, wie wir in der Lesung des heutigen Tages erfahren, Himmel, Erde, Wind und Wasser und alle Naturgewalten erschaffen hat. Wie dieser kann Jesus diese beherrschen zum Wohle des Menschen, gegen seine Angst. Es ist eine Angst auch vor uns selbst, vor der Depression und allem, was uns daran hindert glücklich zu werden. Was da unter dem Wasser liegt sind zugleich die unbewussten Kräfte in uns selbst, die uns manchmal, viele von uns kennen es, wie Naturgewalten, hin und her reißen können.

 

Auch das Boot der Kirche ist momentan in einen schweren Sturm geraten. Da ist die immer noch nicht befriedigende Aufarbeitung sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen durch kirchliche Mitarbeiter. Da sind die klerikalen Machtstrukturen, die Ausgrenzung von Menschen aufgrund des Geschlechtes oder ihrer sexuellen Neigung oder die Behinderung von längst überfälligen Reformbewegungen durch kirchliche Würdenträger. Da ist aber auch eine Institution, die nur um sich selbst zu kreisen scheint, ohne sich wirklich für die ihr Anvertrauten zu interessieren. Dies alles treibt die Menschen in Scharen aus dem scheinbar sinkenden Schiff und lässt selbst einen bekannten Bischof an Rücktritt denken und mit den Worten, „die Kirche sei an einem toten Punkt angelangt“, begründen. Ich weiß nicht, ob dies der richtige Schritt ist, und ich bin froh, dass der Rücktritt unseres Kardinals nicht angenommen wurde.


Ich selbst kann mich jedenfalls nicht zu einem Austritt durchringen, obgleich auch mich momentan Vieles stört und ich ernsthaft diesen Schritt erwogen habe. Doch auf der anderen Seite ist da so viel Gutes, was ich mit und durch die Institution Kirche erlebt habe. Da sind meine biographischen Erfahrungen, die Begegnung auch mit Vertretern der Institution, die mich in ihrer Euphorie und Freude für den Glauben begeistert haben. Wie gerne denke ich an die Zeit in meiner Heimatpfarrei bei den Ministranten zurück, an die wunderbaren Fahrten etwa zum Weltjugendtag 1997 nach Paris, an den Jugendchor und die großartigen Gottesdienste. Das alles lässt mein Herz höher schlagen, wenn ich daran denke, und erfüllt mich immer noch mit tiefer Freude und Dankbarkeit, auch Gott gegenüber. Und schließlich hat mir der Glaube in der Zeit meiner schweren Erkrankung, gerade dank der in der Institution Kirche verwurzelten Personen, Halt und Kraft gegeben. Dieser Glaube an den einen liebenden Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, für jeden einzelnen von uns, für dich und für mich, trägt mich bis heute.


Er ist es, der mich dem Sturm in meinem Herzen zurufen lässt, schweig, wenn ich wieder einmal an meiner Kirche verzweifele. Stattdessen lädt er mich ein, auf das Gute zu sehen und darauf zu schauen, wo Gottes Geist weht, gerade in meinem näheren Umfeld, hier in beiden Gemeinden in unserem Pfarrverband. Immer wieder erlebe ich hier in Unterschleißheim Menschen, die sich mit Begeisterung und Freude für den Glauben einsetzen. Sei es im Pfarrgemeinderat, in der Jugendarbeit, im Besuchsdienst im Seniorenheim, im Chor und in vielen Gremien und Gruppierungen mehr, die sich für andere engagieren. Und ich merke, dass mich Menschen brauchen. Als mir etwa der kleine Junge im Supermarkt, den ich aus einem unserer Kindergärten kenne, zuruft: „Bist du nicht der Mann vom lieben Gott? Ich freue mich, wenn ich dich wieder beim Gottesdienst sehe“, da kann ich es wieder einmal spüren, wie wichtig Glauben, wie wichtig Kirche für das Leben der Menschen ist. An dieser Kirche möchte ich festhalten und ich möchte daran mitwirken, dass sie (wieder neu) zu einem Ort wird, an dem Menschen merken, wie wertvoll sie sind und der ihr Leben gelingen lässt. An so einem Ort möchte ich mit meiner Arbeit als Pastoralreferent mitwirken. Dabei müssen wir nicht alles allein schaffen. Wir dürfen auf Jesus Christus vertrauen, der das Ruder seines Bootes fest in der Hand hält. Er lenkt und leitet das Schiff seiner Kirche und führt sie durch Stürme und unbekannte Wasser hinein in das Land des Lebens.


Amen.


 

 

 

 

Die Predigt zu den Lesungen des 11. Sonntag im Jahreskreis   (13. Juni 2021)

von
Pastoralreferent Florian Wolters:

 

An Gottes Schöpfung freuen, ihn loben und preisen

 

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

genießen Sie es auch so im Garten zu arbeiten, wie ich? In diesem Jahr habe ich sogar versucht, selbst Gemüsepflanzen aus Samen zu ziehen. Schon früh im Februar, wahrscheinlich viel zu früh, habe ich die kleinen Keimlinge in die Erde gesetzt. Einiges ist mir wieder eingegangen. Doch vieles ist, mit ein bisschen Pflege, mit Gießen, Düngen und regelmäßigem Umtopfen, gewachsen und ich freue mich auf die Ernte, von Tomaten, Gurken, Zucchini und vielem mehr. Und einige kleine Radieschen und so manchen Salat durfte ich sogar jetzt schon genießen.

Wachsen, reifen und ernten, das ist auch das Thema der Lesungen des heutigen Sonntags. Da zeigt sich Gott als Gärtner. Im Text des Alten Testaments pflanzt er einen Setzling. Er macht Israel, welches nach der Katastrophe von 587 v. Chr. am Boden liegt -Tempel und Land sind zerstört, die Bevölkerung ins Exil nach Babylonien verschleppt-  zu einem blühenden Baum auf einem Berg. Mit Gottes Hilfe erwächst sein Volk zu neuer Größe. Ein Hoffnungsbild für Menschen, die am Boden liegen, die sich klein und mutlos fühlen.  
Auch im Neuen Testament lässt Gott es wachsen und reifen. Heimlich über Nacht entsteht aus dem kleinsten Korn ein mächtiger Baum als Hoffnungszeichen. Ein Bild für den Glauben der Menschen, aber eben auch das Reich Gottes, das mitten unter uns ist und gedeiht, obgleich wir es nicht immer wahrnehmen können.

Immer wieder muss ich bei der Arbeit in meinem Garten die Erfahrung machen, dass manche Pflanze, die ich monatelang liebevoll gehegt und gepflegt habe, eingeht. Ich kann nur hilflos danebenstehen, weil ich gar weiß, warum dies geschehen ist. Auf der anderen Seite wächst und sprießt es manchmal ganz ohne mein Zutun und so manches für Unkraut gehaltene Kraut, entpuppt sich als wunderschöne Blume, wenn ich sie gedeihen lasse, anstatt sie auszurupfen.  

Ist es nicht so ähnlich auch in unserem Leben? Immer wieder machen wir  die Erfahrungen, dass sich Pläne, Wünsche und Ziele nicht erfüllen und das, obwohl wir uns mühen und viel Zeit, Arbeit und Kraft investieren: Der verpasste Aufstieg im Job, das nicht erreichte Wahlamt und sogar lange Beziehungen können scheitern. Dann sind wir zurecht traurig und enttäuscht und manchmal sogar am Boden zerstört. Allerdings geschieht dies mitunter, weil wir Ziele falsch setzen, oder weil wir so fixiert auf diese sind, dass wir gar nicht merken, wo Gott im Spiel ist. Wo es an anderer Stelle in unserem Leben wächst und blüht. Wo wir Anerkennung, Erfolg und Liebe bekommen, manchmal sogar ganz unerwartet.  

Mir persönlich fällt es oftmals schwer, Erfolge in meinem Leben zu sehen, nehme ich doch vieles Schöne häufig als zu selbstverständlich. Dann brauche ich einen Wegweiser oder eine Führerin durch meinen Lebensgarten, jemand der mich auf die blühenden Stellen hinweist, aber auch das Tote und Verdorrte nicht ausspart.  

Erst gestern hatte ich so eine Begegnung. Es war ein geschenkter Moment der Gnade, bei dem ich spüren konnte, dass Gott im Spiel ist. Als mich die alte Frau durch den Garten unseres Seniorenheims führte. Mit Begeisterung zeigte sie mir die vielen großen Pflanzen, die jetzt in schönster Blüte standen. Immer wieder wies sie mich aber auch auf vieles Kleine hin, was ich vielleicht beim schnellen Vorbeigehen gar nicht beachtet hätte, weil ich es für Unkraut gehalten hätte, was sich aber in der Freude und im Entzücken der Dame als wunderbar erwies. Es war eine Einladung, auch auf das scheinbar Unscheinbare in meinem Leben zu schauen und Gott zu danken, für alles, was wächst, auch in der Natur. Momentan kann ich mich gerade so unglaublich an Gottes Schöpfung freuen und möchte ihm loben und preisen, heute und alle Tage meines Lebens.

Amen

 

 

 

Predigt zu den Lesungen des  10. Sonntag im Jahreskreis (6. Juni 2021)
von Pfarrer Johannes Streitberger:

 

Seit Bonifatius: Anlaufpunkte für Glauben  und Lebensfragen schaffen

 

Liebe Schwestern und Brüder,

am 5. Juni gedenkt die Kirche des heiligen Bonifatius. Er ist bekannt als Glaubensbote, Märtyrer und wird auch seit dem 16. Jahrhundert als Apostel der Deutschen verehrt.
Kann man deshalb sagen, ohne Bonifatius gäbe es kein Christentum in Deutschland? Wohl kaum. Bonifatius hat aber viele Strukturen angelegt, die auch heute die katholische Kirche in Deutschland prägen. In Würzburg und Eichstätt hat er Bischofssitze eingerichtet – sie bestehen bis heute.
Die besondere Bedeutung der Stiftung des Klosters Fulda durch Bonifatius, aus dem dann das Bistum Fulda erwuchs, ist auch daran zu erkennen, dass die deutsche Bischofskonferenz früher Fuldaer Bischofskonferenz genannt wurde.
Es gibt noch viele weitere Vermächtnisse von Bonifatius‘ Wirken, die uns heute nicht mehr bewusst sind, aber auf die wir stoßen können, wenn wir uns näher mit der Geschichte unseres Glaubens und der Geschichte unserer Kirche befassen.
Diese Perspektive soll aber nicht im Fokus der Gedanken zum heutigen Gedenktag stehen. Vielmehr möchte ich einen Blick auf den Mann des Glaubens werfen, der uns auch heute vielleicht etwas zeigen kann – auch wenn er aus einer Zeit stammt, die uns aufgrund ihrer seltsamen Praktiken, ihrer Grausamkeit und anderen Vorstellungen völlig fremd ist.
An Bonifatius ist nicht nur seine Statur von damals überragenden ca. 1,90 beachtenswert gewesen. Der nach seiner Geburt in England Winfrid genannte Mann hat nach seiner Ausbildung im Kloster ein Ziel gehabt: Das Evangelium zu verkünden und den Glauben an Christus auf dem europäischen Festland zu festigen.
Dafür verließ Bonifatius seine Heimat. Er versuchte, Klöster zu gründen, denn die Mission verlief damals nicht mehr wie in Zeiten des Paulus, als christliche Prediger Synagogen aufsuchten und in Städten ein Angebot des Glaubens machen konnten.
Die Mönche suchten sich einen Flecken Erde, den sie bewirtschafteten und kultivierten. Klöster wurden dann zu einem Anziehungspunkt für wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und für kulturellen Austausch. Was die Mönche hier im Namen Christi leisteten, hatte für die benachbarten Menschen Attraktivität – sie sahen die christliche Kultur und ihre in alle Richtungen wirkenden Leistungen und übernahmen dann Schritt für Schritt ihre Kultur – und den Glauben.
Religion funktionierte damals als Integrationsmotor. Das machte Bonifatius auch für die Politik attraktiv – die positiven und negativen Seiten so einer Nähe hat er immer wieder erlebt. So war er auch vom bayerischen Herzog Odilo mit der Neuorganisation der Bistümer in Regensburg, Passau und Freising betraut. Aufgrund höfischer Intrigen ist die Leistung des Bonifatius zur damaligen Zeit aber nicht anerkannt worden.
Seinen Tod fand Bonifatius mit wohl über 80 Jahren bei Dokkum in Friesland. Man geht heute davon aus, dass er das Martyrium anstrebte, als er mit seinen Brüdern auf Mission zu den Friesen ging. Es dürfte sich weniger um einen Raubmord als um einen politisch motivierten Mord gehandelt haben, denn die Friesen kannten den Ruf des Bonifatius – sie wussten, wen sie töten und welche Botschaft dieser Akt sendet.

Liebe Schwestern und Brüder,
das Bestreben des heiligen Bonifatius, Gottes frohe Botschaft zu verkünden, ist beispielhaft. Er hat sich dieser Aufgabe ganz und gar verschrieben und ihr sein Leben gewidmet.
Von persönlichen Rückschlägen hat er sich nicht entmutigen lassen. Er wusste, dass ganz im Sinne des Gleichnisses vom Sämann manche Saat aufgeht und wächst, manche Saat aber vergebens ausgeworfen wird.
Bonifatius mag ein Mann gewesen sein – aber ohne seine Helfer und Helferinnen hätte sein Wirken keinen Effekt gehabt. Stellvertretend für die Frauen, die so viel für den Glauben und die Kirche im Namen des Bonifatius getan haben, sei hier kurz die heilige Lioba erwähnt, die in Tauberbischofsheim Äbtissin eines Klosters wurde, das eine breite Wirkung hatte. Bonifatius hat auf viele Menschen gesetzt, die gemeinsam gewirkt haben – in unterschiedlichen Rollen und auf unterschiedliche Weise.
Und zuletzt: Bei allem Glauben wusste Bonifatius, dass es ohne eine gut organisierte Struktur kaum eine Chance auf Nachhaltigkeit im Glauben geben könne. Für ihn brauchte es einen verlässlichen Anlaufpunkt für die Menschen, an dem sie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für den Glauben finden konnten. Beistand, Trost – und auch Rat in Glaubensfragen und Lebensfragen.


Liebe Schwestern und Brüder unseres Pfarrverbandes,
nicht alles, was wir in den vergangenen fünf Jahren unserer Pfarrverbandes angedacht haben, ist gelungen. Wir befinden uns auf einem Weg, zusammenzuwachsen. Es dauert. Es braucht Zeit, bis sich Strukturen und Gewohnheiten wandeln können.

Nein, unser Ort ist nicht das zu christianisierende Germanien des Bonifatius. Aber dennoch dürfen wir, neben dem Diözesan- und Gemeindepatron Korbinian und dem Gemeindepatron Ulrich auch den heiligen Bonifatius um Fürsprache bitten. Fürsprache für einen Geist des Miteinanders in Christus. Auf dass das, was wir zusammen im Vertrauen auf Christus tun, Frucht bringt für die Menschen, die Kirche brauchen – auf welche Weise auch immer.

 

Amen.

 

Die Predigt am Vorabend des Hochfest des Leibes und Blutes Christi (2. Juni 2021)
von Diakon i.A. Matthias Schmidt

 

 

Liebe Kumpane,

das lateinische
cum pane" bedeutet wörtlich übersetzt „mit Brot“. Paulus sagt im ersten Korintherbrief, dass wir mit dem Brot, das wir gemeinsam brechen, Teilhabe am Leib Christi haben. Der Leib Christi, ist es, den wir morgen an Fron, der Herr, und lichnam, der Leib, zusammen feiern.


Jesus sagt im Evangelium: „Das ist mein Leib", eigentlich sagt er: „Das ist mein ich" oder „ich bin es". Er will damit sagen, dass er nicht nur das Brot hingibt, sondern sich selbst.
Dazu ein wenig Bibelauslegung - die Bedeutung von Leib im Hebräischen hat nicht die Bedeutung einer Sache, sprich hier des menschlichen Körpers, sondern meint die ganze Person.
Jetzt hat dieser Jesus Christus auch noch gesagt, dass wenn zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, ist er mitten unter ihnen.  

Der Sohn Gottes, unser Kirchenstifter, sagt also im Evangelium, dass er sich selbstpersönlich für seine Jünger hingibt. Er gibt ferner bekannt, dass er mitten unter jenen ist, die sich in seinem Namen versammeln. Das Brot wird nicht nur zum Symbol für den Leib, die ganze Person Jesu, der für uns hingegeben wird, er ist wirklich für uns da. 

Es geht um die Realpräsenz, liebe Schwestern und Brüder, meine lieben Kumpane. Die Analogie zu den Eltern, die ihre Kinder in den Arm nehmen und ihnen ganz nahe sein wollen, um ihnen zu zeigen, wie lieb sie sie haben, ist sehr charmant. Wir als Kinder Gottes falten die Hände und er gibt sich uns im gewandelten Brot höchstpersönlich als „Nahrung“ für das ewige Leben. Als gläubige Christen suchen wir seine Nähe und er hat uns aufgetragen, wie wir ihm nahe sein können.
Ich sprach gerade von einer analogen Rede, was bedeutet, dass ich mich mit meinen Worten nur vorsichtig an Gottes Größe und Werke annähern kann. Kein menschliches Wort, kein Gedanke, den wir uns mache, ist in der Lage, dem allgegenwärtigen,  unsichtbaren Gott gerecht zu werden.

In Jesus Christus ist das Wort Gottes Fleisch, sprich leibhaftig, geworden und hat uns mit Gleichnissen das Himmelreich erklärt.
Er hat uns in die Gemeinschaft gerufen, er hat aus theologischer Sicht sehr deutlich gemacht, dass wir Christen keine EigenBRÖTLER sein sollten.
Jesus hat gesagt, dass seine Kirche eine Communio, eine Gemeinschaft, ist. Wo wir in seinem Namen versammelt sind, ist er mitten unter uns. Versammeln kann man sich nicht alleine. Christen sind also keine Eigenbrötler, sondern MitBRÖTLER.
Im gewandelten Wein und Brot ist Jesus real präsent, die Form verändert sich nicht, man spricht von Akzidenzien, aber dennoch glauben wir Katholiken daran, dass Jesus selbst gegenwärtig ist. Es würde nach unserer Vorstellung dem Auftrag und den Worten Jesu, „Das IST mein Leib“ und „Das IST mein Blut“ nicht gerecht werden, hier nur von einer symbolischen Wandlung zu sprechen.
Es ist eine schöne Vorstellung, seine Nähe so persönlich und privat in der Gemeinschaft mit Ihnen allen spüren zu können und nicht „nur“ einem symbolischen Ritus nachzueifern.
Diesen gemeinsamen Glauben zeigen wir der Öffentlichkeit für gewöhnlich in der Prozession, die wir hoffentlich bald wieder miteinander erleben können.

Letzten Endes ist es unser ganz intimes Verhältnis zu Gott, das in uns stattfindet, wie wir seine Präsenz empfinden und glauben.

Im Ergebnis sollte nach Jesu Gebot die Überzeugung stehen, dass seine Weisungen bis heute für uns gültig sind, wir die Aufgabe haben, gemeinsam an einer vernünftigen Welt zu arbeiten und er immer für uns da ist.


Amen.

 

Predigt zu den Lesungen des  Dreifaltigkeitssonntag (30. Mai 2021)
von Pfarrer Johannes Streitberger:

 

Geben wir Gott Raum in unserem Leben!

 

Liebe Schwestern und Brüder,

wo rüber können wir uns am heutigen Dreifaltigkeitssonntag freuen? Was ist die Grundlage dieses Festes? Theologische Fachdebatten sind es nicht. 

Es sind auch nicht die heftigen Streitereien und Auseinandersetzungen der Kirchenväter um die Dreifaltigkeit.
Vielmehr können wir heute unseren Glauben an den dreifaltigen Gott feiern. Wir können uns darüber freuen, dass Gottes Fülle unerschöpflich ist. Dass er uns seine Gnade schenkt, diese Fülle mit uns zu teilen.
Dafür steht die Dreifaltigkeit. Sie steht für Gottes Bereitschaft, sich immer wieder den Menschen mitzuteilen, sich an ihre Seite zu begeben, bei ihnen zu sein – aber auch dafür, uns anzustoßen, unsere Beziehung zu Gott nicht versteinern zu lassen. 

Schon der Schöpfungsakt ist ein Geschehen der Liebe Gottes. Er teilt seine Fülle mit der Welt, indem er sie frei und unabhängig von ihm entstehen lässt. Wir Menschen sind das freie und unabhängige Gegenüber Gottes in dieser Welt. Aber Gott belässt es nicht dabei, den Menschen in Ruhe zu lassen. Immer wieder treibt er uns an, ihn zu suchen. Immer wieder offenbart er sich Menschen. Das ist das, was im Christentum Heilsgeschichte genannt wird. Dieser lebendige Gott, der die Beziehung zu den Menschen sucht, hält Abraham dazu an, aufzubrechen. Er entzündet in Mose das Feuer der Freiheit. Er beruft die Propheten dazu, das Volk Gottes zurück an die Seite Gottes zu führen. In Jesus Christus offenbart und verschenkt sich Gott selbst – so wie wir es immer wieder in den Evangelien nach Johannes gehört haben. Und auch danach hat er Personen wie Benedikt von Nursia, Franz von Assisi, Teresa von Avila, Ignatius von Loyola oder auch Karolina Gerhardinger Mut und Kraft gegeben, neue Impulse für das Volk Gottes zu senden – als Christen glauben wir daran, dass der Heilige Geist es ist, der in diesen besonderen Personen gewirkt hat.

 


Liebe Schwestern und Brüder,
dieser kurze Abriss durch mehrere Jahrtausende unserer Geschichte mit Gott soll zeigen: Wenn wir Gott Raum lassen, wird er ihn füllen. 

Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt in unserem Glauben, um ihn nachhaltig lebendig und auch bedeutsam für unser Leben zu gestalten. Wenn wir uns Gott vorstellen, brauchen wir die Demut, ihm für sein Wirken Raum zu lassen, sich von ihm überraschen zu lassen. Dass das nicht so einfach ist, merken wir jeden Tag. Wie viele der Gebete werden doch nicht erhört? Wie viele Menschen erheben den Anspruch, Gottes Wirken zu kennen – und liegen dann doch völlig daneben mit ihrem Reden und Handeln? 

Sich aufgrund dieser Erfahrungen nicht von Gott abzuwenden, sondern auch weiterhin an ihm festzuhalten, mag manchem töricht erscheinen. Aber da befinden wir uns in guter Gesellschaft.

Ein Hauptkritikpunkt antiker Philosophen am Christentum war dessen Idee, dass das höchste Wesen sich verändert, indem der Sohn in der Welt ist – als wahrer Mensch und wahrer Gott. Für die antiken Philosophen war das ten sind dieser Kritik nur zum Teil mit philosophischen Argumenten entgegengetreten. Manche mehr, manche weniger erfolgreich. Die Mehrheit der Christen hat sich für eine andere, erfolgreichere Antwort entschieden. Sie haben gehandelt. Sie haben in einer Gesellschaft, in der das einzelne Individuum in feste Kategorien eingeteilt war, den Menschen zum geliebten Kind Gottes gemacht.