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Kleiner Kirchenführer zu beiden Kirchen St. Ulrich

 

 

   

 

   

 

 

Kirchenführer zu St. Ulrich (Neue Kirche)

Mit dem starken Ausbau der Gemeinde Unterschleißheim (14 km nördlich von München), vor allem um den 1977 errichteten S-Bahnhof Unterschleißheim  zur inzwischen größten Stadt im Landkreis München mit 2017 ca. 30.000 Einwohnern (1970: ca. 8.000)  war eine zusätzliche Pfarrei und Pfarrkirche erforderlich. Zu St. Korbinian mit der Alten Kirche St. Ulrich kam die neue Pfarrei St. Ulrich.

 

Bau von St. Ulrich (Neue Kirche)

Die Kirche und das Pfarrzentrum wurden, nach Jahren mit Provisorien (Holzkirche, Oase, Gast im Sehbehinderten-Zentrum), von 1984-86 nach Plänen des oberbayerischen Architekten Hans Maurer (1926 ... 2001) gebaut. Die Einweihung und die Erhebung zur Pfarrei erfolgten am 17. Juli 1986.

 Durch die Abhebung dieses Daches vom Mauerwerk fällt das Licht in die Kirche;  zusätzliches Licht kommt durch die Fenster an den Seiten der Altarwand. Licht definiert so die Mitte der Kirche.
Das Mauerwerk hat Sichtziegelwände, die Dachkonstruktion ist in Holz mit einer Stahlunterspannung ausgeführt. Die linke Sichtziegelwand ist vorgezogen und gibt damit Platz für eine Seitenkapelle, in der sich hinten das Taufbecken, daneben der Beichtraum und vorne der Tabernakel befinden. Sie wird sowohl für traditionelle Werktagsgottesdienste als auch für Meditationen und das regelmäßige ökumenische Abendgebet mit Elementen aus Taizé  genutzt


Der rechts von dem Haupteingang eigens stehende Turm mit  31 m Höhe ist eine quaderförmige schlanke Stahlbetonkonstruktion mit Holzlamellen vor den Glocken; seit 2009 zeigt eine Uhr an zwei Seiten des Turms die Zeit an. Die drei Glocken tragen die die Namen „St. Ulrich“, „Gottesmutter Maria“ und „Don Bosco“.

Um den Kirchplatz, mit einem vorgelagerten Seerosenteich, gruppieren sich das Jugendheim, das Pfarrheim, das Sozialzentrum, das Pfarrhaus und der integrative Kindergarten verbunden mit einem Fußgängerweg, der, von der S-Bahn Haltestelle Unterschleißheim kommend, über die Straße "Am Klosterfeld"  bis zur Hauptstraße führt

In der Mitte dieses Ensembles steht die neue Kirche St. Ulrich  mit einem Grundriss von 20 × 20 m und einem von Ost nach West verlaufendem Giebeldach.

 

Luftbild

 

 

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Kunst in St. Ulrich
(Neue Kirche)

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Die Bronzerosette über dem Altar wurde 1986 vom Rosenheimer Künstler Josef Hamberger (*1925) geschaffen. Sie zeigt in der Mitte ein Lamm, umgeben von in mehreren Kreisen angeordneten Kreuzen. Sie bringt sichtbar zum Ausdruck, wie sich diese Gemeinde versteht: Sie versammelt sich um den Tisch des Herrn, entfernt oder näher, sich einander und Anderen öffnend und für Einander und Andere da seiend, wie Jesus, das Lamm im Zentrum: Gott ist mitten unter uns.

   

Josef Hamberger war es wichtig bei der Konzeption seiner Kunstwerke, einerseits mit den Menschen der Pfarrei zu sprechen, auf sie einzugehen und andererseits sich mit dem Architekten für eine bestmögliche harmonische Gesamtwirkung abzustimmen.

In einem Interview im Jahr 2000 wurde er gefragt, in welchen Kirchen er sich besonders wohl fühle, wo die  christliche Botschaft die Betrachter und Besucher am ehesten erreiche.
Unter den drei von ihm genannten Kirchen war auch die Kirche St. Ulrich in Unterschleißheim und er begründet dies so: "Es ist der Klang. Ist der Klang des Raumes, von denen es abhängt ob ich mich wohl fühle." Für ihn seien die gelungenen Proportionen ein Qualitätsmerkmal.

 

 Josef Hamberger schuf auch den Ulrichsbrunnen (zu Ehren des Pfarrpatrons) im Freien vor dem Pfarrhaus

 

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 und einen Osterleuchter für St. Ulrich:

 

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Am 15. Januar 2006 wurde ein neues Vortragekreuz geweiht, das der Obermenzinger Künstler Otto Baier (*1943) passend zu den vorhandenen Elementen in der Kirche aus Schmiedebronze mit einem innen blattvergoldeten Kreuz geschaffen hat.

 

Vortragkreuz passend zur Rosette

 

Die Stationsbilder des Kreuzwegs an den beiden Seitenwänden wurden 1985 von Jugendlichen der Pfarrei nach Emailletafeln des Künstlers Michael Weingartner gestaltet. Die Originale befinden sich im Missio-Haus in Aachen.

 

 

Die moderne Orgel der Firma Sandtner wurde 2001 eingeweiht. Sie hat 3.700 Pfeifen und 24 Register.

 

 

 

Der Tabernakel in der Seitenkapelle wurde von Blasius Gerg (1927 ... 2007) geschaffen.

 

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Die Figur des Hl. Ulrich, 1995 von einem alteingesessenen Bürger Unterschleißheims gestiftet, schuf der Bildhauer Matthäus Bayer (1911 ... 1990) aus Heufeld:

 

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Kirchenführer zu St. Ulrich (Alte Kirche)

 

Die erste Kirche in Nieder-/ Unterschleißheim unterstand als  Kuratie  zunächst dem  Pfarrer von Mallertshofen und später viele  Jahrhunderte dem von  Garching.  In Urkunden von 1315 und 1524 wird eine Filialkirche St. Ulrich mit einem Friedhof in Niederschleißheim genannt.  1518 wird eine Stiftung zur Finanzierung eines Kaplans errichtet. Erst 1937 wird St. Ulrich die eigenständige Kuratie Unterschleißheim.

 

 

Bau von St. Ulrich (Alte Kirche)

 

Die Fundamente der Kirche stammen aus dem 12. Jh. Ursprünglich  war  sie  eine  kleine  Saalkirche  mit  einem  Sattelturm. Die vorher im Stil der Renaissance gestaltete Kirche wurde 1850 barockisiert; dazu gehörte der heute noch bestehende Zwiebelturm mit drei Glocken;  auch die  Sakristei,  die  Seitenkapelle und der Eingang wurden in den folgenden Jahren angebaut.

Der  Friedhof um die Kirche wird von einer Mauer umgeben, die schon im 17. Jh. in den Annalen erwähnt wird.

 

Kunst in St. Ulrich (Alte Kirche)

  

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In  der  linken  Kirchenmauer  erkennt  man  einen  Geißelheiland,  

 während  am  linken  Seitenaltar  die  HI.  Familie  dargestellt  ist: Innen, an der rechten Kirchenseite segnet vermutlich der Hl. Valentin, jedenfalls ein Bischof, die Gläubigen.

Geißelheiland Klick zur Vergrößerung

 

 Hl. Familie - Klick zur Vergrößerung   Valentin - Klick zur Vergrößerung  

In der rechten Seitenkapelle steht  das  Kriegerdenkmal  mit  einer  Pieta  aus  dem  Jahre 1635, gegenüber  der Hl. Martin auf dem Seitenaltar.

     

Den  Altarraum  flankieren  die   Heiligen  Florian und Sebastian.

 
  Links und rechts des Tabernakels am Hochalter, der 1894 geweiht wurde, sind die beiden Kirchenpatrone, der  Hl.  Ulrich  und  der Hl.  Stephan  zu  sehen.  
Florian - KLick zur Vergrößerung Sebastian - Klick zur Vergrößerung   

Hochaltar - Klick zur Vergrößerung

  
        
 Ein Blitzschlag am 9. Juni 1951  entzündete die Kirche und setzte Dachstuhl und Turm in Flammen. Den Großteil der Inneneinrichtung konnte die örtliche Feuerwehr retten.  Inzwischen erfolgten der Wiederaufbau und mehrere Renovierungen.    

 

Pfarrgemeinde St. Ulrich

 

Die kirchliche Arbeit ab 1972 bis 1986 in dem Provisorium Holzkirche bzw. Oase und der zweijährige Gastaufenthalt in der Kapelle des neuen SBZ waren eine bedeutsame  Basis unter dem Kuraten Hans Krämmer, später erster Pfarrer von St. Ulrich und dem Direktor des SBZ P. Friedrich Setzer  sj. Damals bildeten sich Familienkreise, Helferkreise, Jugendgruppen und ein Singkreis.  Die Verbesserungen des Pastoralarbeit durch das II. Vatikanische Konzil, wie z. B. die stärkere Laienbeteiligung, Bußgottesdienste oder die Hl. Messe am Vorabend des Sonntags zur Erfüllung der Sonntagspflicht (sog. Vorabendmessen), wurden zügig umgesetzt. Neue Formen der  ökumenische Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde Genezareth wurden gestartet.

St. Ulrich  hat (incl. Mesner)  sieben Hauptamtliche und überdurchschnittlich viele ehrenamtlich Tätige (über 300), auch musikalisch Engagierte, die über die üblichen Gremien hinaus zusammen das Bild einer lebendigen, kooperativen und kompetenten Gemeinde prägen. Inzwischen bilden auch neu zugezogene Christen aus anderen Ethnien einen gern aufgenommenen Anteil der Pfarrei.

 

 

Pfarrer der Pfarrei St. Ulrich

  
 Kurat Hans Krämmer wird erster Leiter der neuen Pfarrgemeinde St. Ulrich:    1972
Errichtung der Kuratie St. Ulrich - Im Klosterfeld 14 - durch Kardinal Döpfner:    1975
Einweihung St. Ulrich (Neue Kirche) nun als Pfarrei

Hans Krämmer erster Pfarrer (50 J. Priester s. Presse 2016)

  1986
Pfarrer Anton Merkle (†25.9.2008):    1988 bis 1995
Pfarradministrator Stanislaw Dorawa   1995 bis 2000
 Pfarrer Franz Muck   2000  bis 2014
 Pfarrer Johannes Streitberger
zugleich Leiter des Pfarrverbands mit St. Korbinian: 

 seit 2014
 ab 1.Juni 2016